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SIMBABWE

Hilfe für die afrikanischen Wildhunde

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert kämpft Dr. Greg Rasmussen mit seiner NGO in Simbabwe für den Schutz dieser vor allem durch Wilderei extrem bedrohten Tierart. Die Akademie unterstützt ihn bei dieser Herausforderung.

Hier der Bericht der Tierärztin
Dr. Ulrike Beckmann vom Painted Dog Research Trust (PDRT):

 „Das Jahr 2020 beim Painted Dog Research Trust (PDRT) in Zimbabwe 2020 begann vielversprechend im Camp des PDRT in der Nähe von Victoria Falls, Zimbabwe: ein kompetentes und enthusiastisches lokales Studententeam machte sich mit Hilfe von US-amerikanischen Volontären an die Fertigstellung des lang ersehnten Dining Pavillons, der tagsüber auch mehr Arbeitsplätze bieten sollte. Nach einer ganzen Saison harter Arbeit daran wurden am 27.Januar die letzten Bodendielen verlegt. In der folgenden Nacht schlug das Schicksal in Form eines Blitzes ein und das gesamte Gebäude brannte ab. Mit vereinten Kräften konnte wenigstens das ausgetrocknete umgebende Buschland bewahrt werden. Es handelte sich um einen äußerst heftigen Gewittersturm, der durch sein Kraftfeld auch noch das Solarsystem in zwei unabhängigen Gebäuden zerstörte. Auch Vic Falls und das 100 km entfernte Hwange waren tagelang ohne Stromversorgung. Leider ein weiteres Beispiel extremen Wetters infolge des Klimawandels. Im Januar und Februar konnten Mitarbeiter des PDRT an Meetings internationaler und afrikanischer Artenschutz-Initiativen (IUCN Save Our Species und KAZA, die eine grenzübergreifende Verbindung von Ökosystemen über fünf benachbarte Nationen plant) teilnehmen und ihre Erfahrungen einbringen. 

 Ebenfalls im Februar brach Dr. Greg Rasmussen zu seiner jährlichen Vortrags- und Fundraising-Tour auf und konnte einige Stationen in den USA absolvieren, bevor der Covid-19-Lockdown ihn für fünf lange Monate in England festsetzte. 

 Währenddessen begann in Zimbabwe die Fortpflanzungs-Saison der Painted Dogs. Das verkleinerte Camp-Team brach in den Busch auf und startete die Datensammlung per Kamerafallen und das Monitoring der aktiven Rudel. Das Musketeer-Rudel um Alphahündin Anne hatte fünf Welpen und für das Chundu-Rudel mit vier erwachsenen Dogs zeigten die Fotofallen auch fünf  Welpen. Das Futteraufkommen war gut und nach 12 Wochen nahm das Rudel mit den Welpen sein nomadisches Leben wieder auf. 

Tragischerweise gerieten sie nach zwei Wochen auf eine Durchgangsstraße durch den Nationalpark und wurden alle getötet bis auf zwei Rüden, die nie mehr gesehen wurden. Das war das Ende des Chundu-Rudels und damit ca. eines Viertels der lokalen Painted Dog-Population. Ein äußerst harter Schlag auch für alle Beteiligten. 

 Im Oktober endlich konnte Dr. Greg Rasmussen zurückkehren und in Augenschein nehmen, was sein treues Team während des Lockdown geschafft hatte: Der lang geplante Wasserturm war fertig und bietet jetzt genug Wasserdruck für die Versorgung des Studentencamps. Das zentrale Studentengebäude hatte sehr große Fortschritte gemacht und
die Feldstudien und Daten waren up to date. 

 Ab Oktober wurde dann mit verstärktem Arbeitsteam das Abwasser-Recycling-System für das Camp in Angriff genommen, das aufgrund der felsigen Lage ein große Herausforderung darstellt. Das Abwasser soll so weit biologisch geklärt werden, dass es die geplante indigene Baumschule und einen Gemüsegarten bewässern kann. Dieses Mammutprojekt wird 2021 fortgesetzt.

 Weitere Leistungen und Forschungsprojekte in diesem Jahr:

 • Öffentlichkeitsarbeit zur  „Vic Falls to Kazangula Road“, die auf nur 100 Kilometern die Territorien aller vier  regionalen PD-Rudel berührt und sowohl lokalen als auch internationalen Durch-
gangsverkehr führt. Laut einer Fahrer-Umfrage war die positive Einstellung der einheimischen Fahrer zu Painted Dogs messbar gestiegen - ein guter Erfolg nach 33 Jahren Aufklärungsarbeit! Signifikant weniger Empathie zeigten die befragten Fahrer aus Südafrika, Zambia und Botswana. 

• Analyse von 'Den Disturbance Daten': 2020 gab es alarmierende Berichte über den Kollaps der Painted Dog Population in Mana Pools in Verbindung mit Störungen am Aufzucht-Bau ("Den Disturbance") der Painted Dog-Rudel, verursacht durch Forscher, Touristen und intensive Filmarbeiten der BBC. Fortgesetzte Störungen am Bau sind der Grund für weniger Fütterungsbesuche der jagenden Rudelmitglieder bei den Welpen und somit schlechtere Versorgung mit Wachstumseinbußen. Zudem animiert die ständige Unruhe die Mutterhündin zu einem 'Umzug' der Welpen in einen anderen Bau, was die Welpen zusätzlich direkt gefährdet. Die Analyse der Daten von 'gestörten' versus 'ungestörten' Bauten bestätigte vorhergehende Untersuchungen: signifikant verminderte Wachstums-und Entwicklungsparameter und signifikant erhöhte Welpensterblichkeit bei Würfen aus 'gestörten' Bauten. 

• Bildungsarbeit für Kinder und Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinden: Obwohl durch den langen Lockdown nur drei Monate Zeit für Lernprogramme blieben, konnten 15 Schulen besucht und 465 Schüler über Naturschutz-Arbeit informiert werden, dazu besuchten 128 Kinder das Camp und nahmen dort mit Unterstützung der Studenten zum Beispiel an 'Kids for Science'-Programmen teil.Weitere 25 Kinder unternahmen eine Exkursion in eine weiter entfernte Baumschule und lernten über die Bedeutung von Baumpflanzungen und ihr Management. 

 • Außerdem startete eine neue proaktive Aufklärungskampagne im Woodlands Community Wildlife Area, um mit alten Vorurteilen über Painted Dogs aufzuräumen und um Mitarbeit zu werben. 

 • Last but not least freuen wir uns über die Rückkehr von Loswitha Murugani für ihr praktisches Jahr an der Chinhoyi University. PDRT unterstützt sie seit nunmehr 6 Jahren und sie wird die erste Frau mit Universitätsabschluss hier im ländlichen Sizinda-Gebiet sein. 

 Die zweite Hälfte des Jahres brachte uns ungewöhnlich ergiebige Regenfälle und der Busch sieht unglaublich grün aus. Das erste Mal seit 9 Jahren werden die umliegenden Gemeinden gute Ernten einbringen können und wilde Bäume können Samen produzieren. Selbst in unserem jämmerlich erodierten Camp etabliert sich eine wachsende Artenvielfalt. Wir danken Organisationen wie der
Akademie sehr, die uns in unserer Arbeit an der Infrastruktur, der Bildungsarbeit und den Forschungsprogrammen großzügig unterstützen.“ 

Kontakt

Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München - Germany
Telefon 089 99 88 68 50
Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über uns

Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind.

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