• KiliCrew Ele 1
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew Ele 2
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew Cheftrainer Sele Mit Baby Rhino
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew IMG 0225
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew IMG 9754
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew Matze
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew Savanna 200kg
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew Zu Klein
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.
  • KiliCrew Bambi
    © Foto: Kilimanjaro Animal C.R.E.W.

Tansania

Mit Milchaustauscher gegen die Wilderei

Aus der Wilderei in Afrika wird noch immer massiv Kapital geschlagen – mit fatalen Folgen für die Tierwelt: Nashörner stehen vor dem Aussterben, Elefantenbabies verlieren auf diese Weise ihre Mütter und sterben oft einen qualvollen Hungertod – ebenso wie viele andere Wildtiere, die sich in Schlingenfallen verfangen. 

Wildtierauffangstationen wie die unser Partnerorganisation, Kilimanjaro Animal C.R.E.W., in Tansania, leisten einen wertvollen Beitrag, um dieser grauenerregenden Entwicklung entgegenzutreten. Diese NGO wurde von den beiden Veterinären Elisabeth Stegmaier und Dr. Dr. Laszlo Paizs auf der Makoa-Farm bei Arusha gegründet. Die Akademie steht den Tierärzten bei ihrer Arbeit nahezu rund um die Uhr mit Rat und Tat zur Seite. Zudem spendet sie seit 2015 viele Zentner Milchaustauscher, den sie selbst auf die Bedürfnisse der verwaisten Jungtiere zugeschnitten hat. 

Wie es der Kilimanjaro Animal C.R.E.W. im vergangenen Jahr ergangen ist, berichtet die NGO hier selbst: 

„Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns, mit mehr und teilweise dramatischeren Rettungsaktionen als in den vergangenen Jahren und einer inten-siveren Zusammenarbeit mit der Wildtierbehörde. Schon am 4. Januar erreichte uns eine Nachricht aus West Kilimanjaro. Die Rede war von einem circa zwei Wochen alten Zebra-Fohlen, welches sich in eine Massai Boma verirrt hatte, die zugehörige Herde war nirgends zu sehen. Das Fohlen hatte auch noch einen Nabelbruch, ohne Operation hatte sie keine Über-lebenschance. Nach zwei Stunden erfolglosen Suchens nach der Herde haben wir das Fohlen in unsere Klinik gebracht, und begonnen, es mit der Flasche zu füttern. Als das Tierchen stabil war, eine Woche später, haben wir den Nabelbruch operiert. 

Nur wenige Tage später wurde uns ein paar Tage altes Grauducker-Jungtier zur Handaufzucht übergeben. „Bambi“ fühlt sich mittlerweile in unserem Auswilderungsgehege pudelwohl.

Wieder kurz danach wurde unser erstes Elefantenkalb vom Lake Tanganyika von Rangern und Farmern in einer dramatischen Rettungsaktion aus einer tiefen Grube, von Wilderern gegraben, geborgen. Die Suche nach der Mutterkuh und Herde blieb erfolglos und somit flogen wir am nächsten Tag in einem kleinen Flugzeug zum etwa 1000 Kilometer entfernten Lake Tanganyika, um das Kälbchen abzuholen. Das Kalb hatte böse Verletzungen an Rüssel und Maul. Es brauchte sehr viel intensive Arbeit, um es durch den ersten Monat zu bringen. Auch in den darauffolgenden Monaten war Savanna ein Sorgenkind – die Schmerzen im Maul waren tief in ihrem Gedächtnis verankert. Mittlerweile ist aber aus Savanna eine sehr lebenslustige kleine Elefanten-dame geworden, die sämtliche von
der Akademie gesponserte Milch in Windeseile hinunterschluckt.

Im Februar dann wurden wir von der Enduimet Wildlife Management Area gerufen, um Lerangwa, ein von Massaihunden gefangenes und verletztes Zebra-Fohlen, zur medizinischen Versorgung und Handaufzucht abzuholen. Lerangwa war erst wenige Tage alt, aber sehr groß und schlaksig und einfach nicht schnell genug, um im Geröll dem wildernden Rudel der Massai-Hunde zu entkommen. Nachdem die Hüter den Vorfall glücklicherweise beobachtet hatten und sofort zu Hilfe eilten, war der kleine Hengst nicht schwerwiegend verletzt – aber so im Schock, dass er mit Behandlung Stunden brauchte, um wieder auf seinen Beinen stehen zu können. Nach diesem Zeitpunkt war es per Fahrzeug leider nicht mehr möglich, der Herde durch das felsige Areal zu folgen, denn die Zebraherde hatte sich weit entfernt und konnte zu Fuß nicht mehr aufgefunden werden. Somit kam also auch Lerangwa zu unserer Babyherde und wurde der beste Freund von Savanna, dem Elefantenmädchen.

Es kamen noch weitere Waisenkinder dazu, wie ein Grant‘s Gazelle Baby und ein weiteres circa drei Wochen altes Zebra-Fohlen, welches an seiner toten Mutter saugend mitten in einem Dorf vom Ranger gefunden wurde.

Ende Juli wurde in Maisfeldern am Rande des neuen Nationalpark Burigi-Chato ein nur eine Woche altes männ-liches Elefantenkalb ohne Mutter und Herde gefunden. Mit einem Flieger der Nationalparkverwaltung brachten wir das gerettete Tier zur Makoa Vet Clinic. Das Kalb war nicht nur klein, pinkfarben und verlassen, sondern hatte noch zusätzlich eine Nabelentzündung und mehrere Abszesse in der Mundhöhle. Unser Bedarf am speziellen Elefanten-Milchaustauscher stieg rapide an. Dank der ununterbrochenen Unterstützung der Akademie konnten unsere Schützlinge kontinuierlich mit dem optimalen Milchaustauscher versorgt werden.

Und noch einige Tiere mehr konnten wir mit Hilfe der Akademie und ihres Milchaustauschers retten: Mitte November wurden wir in das Grumeti Game Reserve im westlichen Serengeti-Ökosystem gerufen, um die Erstversorgung eines geretteten Nashornkalbs zu übernehmen. Auch hier hatte sich der Milchaustauscher bewährt. Unser Einsatz beim Nashornkalb dauerte zwei Wochen, und war vor allem in den ersten kritischen Tagen oft genug Tag und Nacht erforderlich. Nachdem klar war, dass die Ranger mit solch einem jungen Tier und Handaufzucht keinerlei Erfahrung hatten, folgte uns unser Chef-Tierpfleger, um das von uns sozusagen am Tier begonnene Training der Ranger und zukünftigen Pfleger des kleinen Rhinos für weitere sechs Wochen fortzusetzen. Das Milchpulver wurde regelmäßig nachgeliefert, und so konnte die optimale Entwicklung des Nashornkalbs sichergestellt werden

Anfang Dezember wurde dann das erste Elefantenkalb in der Serengeti gerettet, und auch für dieses wurde der von der Akademie gesponserte Spezial Milchaustauscher eingesetzt. Nachdem die Ranger die Herde lokalisieren konnten, wurde das Kalb später wieder freigelassen. 

Insgesamt wurden uns von der Akademie drei Tonnen Milchpulver geliefert, und damit konnten alle Waisenkinder überleben und sich prächtig entwickeln.

Im Laufe des Jahres 2019 haben wir eine Reihe von Antilopen, Impalas (die inzwischen selbst Nachwuchs haben) sowie Buschböcke und Thomson‘s Gazellen von einem Zoo, der aufgegeben wurde, übernommen. Diese Tiere befinden sich nun alle in unserem vier Hektar großen Auswilderungsgehege, welches eigens für diesen Zweck gebaut wurde. Diverse verletzte Vögel – genauer gesagt mehrere Eulen und Störche – fanden zudem bei uns ein neues Zuhause. 

Für unsere Elefanten- und Zebra-Waisen haben wir ein Nachtquartier gebaut.

Unsere erfolgreichen Einsätze zur Ver-sorgung von verwundeten Elefanten (Schuss- und Speerverletzungen)
waren Dank des von der Akademie zur Verfügung gestellten Equipments (Blasrohrset, Darts etc.), Training und nicht zuletzt Medikamenten für eine schonende Immobilisation möglich.

Die tolle Zusammenarbeit zwischen Akademie und Kilimanjaro Animal C.R.E.W ermöglicht immer mehr Rettungseinsätze, erfolgreiche Nach-behandlungen und Aufzuchten von verwaisten und verletzten Jungtieren. Auch die Behörden zeigen sich dankbar und wenden sich immer häufiger Hilfe suchend an uns, nachdem wir mit der uneingeschränkten Unterstützung und Rat und Tat der Akademie die landesweit best ausgerüstete Wildtier-
Rettungsstation aufgebaut haben.“ 

Kontakt

Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München - Germany
Telefon 089 99 88 68 50
Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Über uns

Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind.

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