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    Foto: Tamika © Zoo Salzburg
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    Foto: Tamika © Zoo Salzburg
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    Foto: Tamika © Zoo Salzburg
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    Foto: Tamika © Zoo Salzburg
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    Foto: Tamika © Zoo Salzburg
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    © Foto: Lea Grünberg
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Salzburg | Berlin | Afrika

Rettung für die Giganten: Tamika wächst und gedeiht

Es war das schönste Geschenk für die Akademie zum 10. Jubiläum im vergangenen Jahr: Die Geburt des dritten Nashornbabys im
Zoo Salzburg. Ohne die Hilfe der Akademie und der Wissenschaft wäre auch dieses weibliche Jungtier nicht am Leben.

Am 3. Juni 2020 hatte die mittlerweile 15-jährige Breitmaulnashornkuh Tamu das gesunde Kalb geboren: „Tamika“, wie die Kleine getauft wurde. 

Über ihre Entwicklung schreibt die zoolo-gische Leiterin in Salzburg und Zootierärztin, Dr. Miriam Wiesner, die auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Akademie ist: 

„Es ist eine Freude, dem kleinen Nashorn Tamika beim Wachsen zuzuschauen. Jetzt ist sie mit etwas mehr als einem Jahr so groß, dass sie zum Säugen bequem neben der Mama liegen kann. Wenn man bedenkt, dass man von der künstlichen Besamung über Geburtsvorbereitung, Geburt und Wachstum alles hautnah miterleben kann, ist das schon beeindruckend. Es ist faszinierend, ihre Entwicklung zu beobachten: Mal ist sie richtig rundlich, um dann in die Höhe zu schießen und auf einmal lange Beine zu haben. Wir sind unglaublich stolz auf Mutterkuh Tamu und das dritte Nashornkalb in unserem Zoo. Im Vergleich zu den beiden bereits im Zoo Salzburg groß gewordenen Bullenkälbern, war Tamika von Anfang an viel vorwitziger, frecher und überhaupt nicht schüchtern. Wenn sie sich bemerkbar machen will, fiept sie im typischen Nashorn-Ton und dies äußerst beharrlich. Wie ein kleines Rennpferd saust sie im Galopp über die Außenanlage oder probiert bei Nashorntante Yeti mit ihrem Minihorn die ersten Kämpfe aus. Mit den Tierpflegern ist sie sehr vertraut, lässt sich am ganzen Körper streicheln und kraulen und kringelt dabei ihr Schwänzchen in die Höhe. Man muss aufpassen, dass sie einem vor lauter Wohlgefallen nicht auf die Füße fällt. Erfreulicherweise musste ich Tamika noch nie behandeln. Sie ist ein kräftiges und gesundes junges Nashorn.“

Auch die Direktorin des Zoos Salzburg, Sabine Grebner, ist begeistert und froh über die Unterstützung der Akademie in diesem Projekt: „Ich freue mich jeden Tag, wenn ich sehe, wie prächtig sich die kleine Tamika entwickelt. Wir sind sehr stolz, dass unser Zoo mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Südlichen Breitmaulnashorns leistet und wir werden uns auch in Zukunft dafür stark engagieren.“

Die Vorgeschichte: 

Selbst unter geschützten Zoobedingungen ist es äußerst schwierig, eine Art wie Nashörner zu erhalten. Wie schwierig es sein kann, zeigt die Geschichte, die 2013 im Zoo Salzburg ihren Anfang nahm. Wegen seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Zooveterinär und Chef des Münchner Tierparks Hellabrunn war Prof. Dr. Henning Wiesner damals von der Salzburger Zoodirektorin Sabine Grebner gebeten worden, in Salzburg die wissenschaftliche, zoologische und tiermedizinische Beratung zu übernehmen. Dabei war es auch um den fehlenden Nachwuchs bei den dort lebenden Südlichen Breitmaul-Nashörnern gegangen. Das Problem war: Bulle Athos zeigte keinerlei Interesse an seinen Artgenossinnen. 

Wiesner riet damals zur künstlichen Besamung und zur Zusammenarbeit mit dem weltweit renommierten Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Zudem stellte er die Fütterung und Haltung um und verordnete eine spezielle Phytotherapie zur Anregung der männlichen und weiblichen Keimdrüsen. Mit Erfolg: Auf diese Weise bekam der Zoo Salzburg gleich zwei männliche Jungtiere, die sich wunderbar entwickelt haben und nun in einem anderen Tierpark für Nachwuchs sorgen. 

Von Dezember 2017 an wurden die beiden Nashornkühe Tamu und Yeti immer wieder künstlich besamt – allerdings zunächst vergeblich. Erst am 17. Januar 2019 verlief die Besamung mit dem Sperma des Bullen „Athos“ erfolgreich: Etwa einen Monat später stellte sich bei einer Ultraschalluntersuchung durch das IZW heraus, dass immerhin Tamu trächtig ist. 


Es gibt derzeit noch fünf Nashorn-Unterarten. Hier die neuesten Zahlen:

Der Bestand der Breitmaulnashörner beläuft sich weltweit auf etwa 18 000, der der Spitzmaulnashörner auf 5000 Tiere. Von den in Asien lebenden Panzer-nashörner ist nur mehr von 2575 die Rede, von den Sumatra Nashörnern von 100 und von Java-Nashörnern nur mehr von 60 Individuen.

Vor allem in Afrika fallen Nashörner der Wilderei zum Opfer. Seit vier Jahrzehnten ist der Handel mit dem Horn von Nashörnern offiziell verboten. Doch weil man ihm, vor allem in China und Vietnam, eine heilende und aphrodisierende Wirkung zuschreibt, werden für die Hörner dieser Tiere auf dem Schwarzmarkt horrende Preise bezahlt. Deshalb laufen in Zoos wie dem von Salzburg spezielle Zuchtprogramme, um diese Spezies zu erhalten. In der Serengeti/Tansania setzt sich die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, mit der die Akademie ebenfalls zusammenarbeitet, für den Schutz und die Überwachung der letzten Tiere dieser Art ein.

Zudem kooperiert die Akademie noch mit der Nichtregierungsorganisation Kilimanjaro Animal C.R.E.W., wenn es darum geht, verwaiste oder verletzte Wildtiere zu versorgen – auch Nashornkälber, die dann mit einem speziellen Milchaustauscher, den die Akademie entwickelt hat, aufgepäppelt werden.
(Quellenangabe für die genannten Zahlen: Statista)

 

Kontakt

Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München - Germany
Telefon 089 99 88 68 50
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Über uns

Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind.

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