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Rumänien

Hoffnung für Wildtiere im Herzen Rumäniens

Für Wildtiere, die verletzt und hilflos in Rumänien aufgefangen wurden, gab es viele Jahre weder Platz, Geld noch eine Lobby. Seit 2015 unterstützt die Akademie die NGO „Transylvanian Wildlife Project“ (TWP) nicht nur beim Aufbau einer Wildtierauffangstation, sondern auch bei deren Einsätzen für Tiere. 

Alexandra Sallay-Mosoi von TWP berichtet vom Engagement ihres Teams in 2020: 

 

 „Die Praktiken der traditionellen Landnutzung und Tierhaltung sind in diesem Teil Europas seit Jahrhunderten erhalten. Infolgedessen bietet Rumänien immer noch einen geeigneten Lebensraum in Bezug auf Größe und Qualität, einschließlich eines unfragmentierten Lebensraums für große Raubtiere wie den Braunbären, und das im Vergleich zu vielen europäischen Ländern, in denen es keine stabile große Raubtierpopulation mehr gibt. Dies führt gewiss zu vielfältigen Konflikten zwischen Mensch und Tier, insbesondere mit Bären: Einerseits verursachen Bären Schäden in der Landwirtschaft, in der Viehzucht, an Bienenstöcken, und gelegentlich kommt es auch zu Übergriffen auf Menschen. Andererseits haben Menschen indirekt eine negative Auswirkung auf die Tiere und ihren Lebensraum. „Einige Menschen wenden drastische und illegale Methoden an, um ihr Eigentum (Haustiere und Nutzpflanzen) zu schützen, andere sollen am illegalen Handel mit Bärenjungen beteiligt sein. Es wird geschätzt, dass ein bis zwei Prozent der Bären jährlich nur durch Wilderei getötet werden, aber die Dunkelziffer ist unbekannt “, sagt Lászlo Gál, von Beruf Ökologe und Direktor des Vereins Transylvanian Wildlife Project. 

Darüber hinaus sind Lebensräume für wildlebende Tiere durch die zunehmende sozioökonomische Entwicklung des Landes bedroht. Massive Entwaldung führt zunehmend zum Verlust, zur Fragmentierung und zur Verschlechterung von Lebensräumen. Die Fragmentierung des Habitats wird durch den Ausbau der Infrastruktur weiter verschärft. „Es gibt keine Möglichkeiten für Wildtiere, bestimmte Gebiete sicher zu durchqueren, so dass wir mit einer hohen Anzahl von Unfällen konfrontiert sind. Wir haben ungefähr 8 Wildtierunfälle pro Jahr allein in unserem Bezirk Covasna“, sagt Dr. István Szász, der Veterinär des Vereins. Die TWP-Mitglieder denken stetig über die Würde verletzter und verwaister Wildtiere, ihre Genesung und sofortige Wiedereingliederung in die Natur nach. Einige der Tiere können in freier Wildbahn behandelt und freigelassen werden, aber es gibt auch Einzelfälle, bei denen jede Hilfe zu spät kommt. „Wir hatten einmal einen sehr tragischen Fall, bei dem eine Bärin von einem Zug getroffen wurde und in den reißenden Fluss neben den Schienen fiel. Sie ertrank und ließ drei Jungen zurück, die mehrere Tage an derselben Stelle herumirrten. Ein aus mehreren Institutionen bestehendes Rettungsteam versuchte tagelang, die Jungen zu fangen. Zwei konnten schließlich gerettet werden, einer jedoch war verloren. Dies waren für uns alle sehr emotionale Momente“, erzählt Alexandra Sallay-Mosoi, Biologin auf dem Gebiet des Wildtierschutzes und die Managerin dieses Projekts. Die Jungen wurden ins Zentrum für verwaiste Bärenjungen transportiert, so dass sie nach einem Rehabilitationsprozess wieder in den Wald frei gelassen werden konnten. 

Aber wie geht man in solchen Fällen mit erwachsenen Tieren vor? Ziel des TWP ist die Errichtung eines Wildtierrettungszentrums im Herzen Rumäniens, das in seiner Managementmethode einzigartig ist: alle Tierarten werden durch eine „zarte Freilassung“ wieder in die Wildnis entlassen. Das heißt, durch ein offenes Tor direkt in den Wald, ohne die Tiere mit einem Anästhetikum oder einem Transport erneut zu belasten.

Das Projekt zur Behandlung von Wildtieren in Not wurde zaghaft ins Leben gerufen, wie jedes Projekt, das sich nicht auf konkrete staatliche Mittel stützen kann. Die Mitglieder sind alle Freiwillige, die ihre Zeit und Erfahrungen durch lebenslanges Lernen anbieten und andere nur um Verständnis bitten und materielle Unterstützung anfragen. Letzteres bedeutet Spenden von veterinärmedizinischen Einsatzgeräten, die sie von der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz erhalten. 

„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der Akademie. Eine grundlegende Sache ist unsere Motivation für die Rettungseinsätze, aber dafür brauchen wir auch die richtigen Werkzeuge. Ohne diese Ausrüstung, wie zum Beispiel ein Betäubungsgewehr, das wir erhalten haben, wäre es unmöglich, bedürftigen Tieren zu helfen“, bestätigt Barna Bereczki, der Vizepräsident des TWP. 

In diesem Jahr erweitert Dr. István Szász sein Inventar dank der Akademie um eine Operationslampe und ein Bohrsystem. Vielleicht heute oder an vielen anderen Tagen wird der TWP-Tierarzt sich um die Katzen und Hunde kümmern, die in seine Praxis zu einem Kontrolltermin kommen, ist aber allzeit bereit, mit den anderen TWP Mitgliedern zu einem verletzten oder verwaisten Wildtier zu eilen und darum zu kämpfen, dessen Leben zu retten. 

Kontakt

Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München - Germany
Telefon 089 99 88 68 50
Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über uns

Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind.

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