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Deutschland

Rettung für den „Vogel des Glücks“

In der griechischen Mythologie standen sie für Klugheit und galten als  „Vögel des Glücks“: Kraniche. Doch wegen des Klimawandels und des schwindenden Lebensraums gehen die Bruterfolge pro Kranichpaar in der freien Wildbahn massiv zurück. Mit einem einzigartigen Projekt wollen die Akademie und das Berliner IZW nun die bedrohten Kranicharten schützen.

Zunächst ist es nur ein Anruf eines Vogelliebhabers bei Prof. Dr. Henning Wiesner. Der Mann berichtet von Problemen zweier Privatzüchter bei der Aufzucht von Kranichküken. Wiesner sagt seine Hilfe zu und reist zu den beiden Männern, die im hohen Norden Deutschlands leben.

Als er zurückkommt, ist er hin und weg, mit welcher Hingabe und Liebe sich Jirka Behrendt und Hartmut Mohr der Zucht der Kraniche widmen. 14 von 15 Arten leben auf dem Gelände der beiden Männer, die ihr Leben mit ihren bescheidenen Mitteln den „Vögeln des Glücks“ widmen. Jirka Behrendt beherrscht dabei eine ganz besondere Kunst, die nur wenigen beschert ist: Er kann Kraniche absamen. „Ich bin mal 1000 Kilometer gefahren, nur um das zu lernen“, erzählt er.  Das Absamen spielt in der Erhaltungszucht von Kranichen eine wichtige Rolle. Zum einen, weil Kranichhähne nicht automatisch Gefallen an den ihnen angebotenen Hennen finden, zum anderen aber auch, weil den Vögeln in Menschenhand, etwa in Zoos, früher gern die Flügel kupiert wurden, was ihnen das Balancehalten beim Paarungsakt erschwert.

Behrendt hat seit vielen Jahren einen Traum, der bislang unerfüllbar schien: eine Samenbank einzurichten, um
seltene Kranicharten zu erhalten, und er erzählt Wiesner davon. Der Grundstein für ein einzigartiges Projekt, mit dem der Bestand der Kraniche dauerhaft geschützt werden kann, ist gelegt. Die Akademie nimmt Kontakt mit dem Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) auf, mit dem sie seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet, und wird das Projekt unterstützen.

Über dessen Bedeutung schreibt Dr. Robert Hermes vom IZW folgendes:   

„Die Kryokonservierung des Spermas von in Menschenhand gehaltenen Kranichen erleichtert die Produktion von Nachkommen aus verhaltensunverträglichen oder geografisch getrennten Paaren und ermöglicht die langfristige Konservierung von wertvollem genetischen Material. Die Kryobankierung von Sperma oder Embryonen kann für viele Generationen einen sicheren Ort für die Speicherung von genetischem Material darstellen. Wir möchten die Auswirkungen verschiedener Samenverdünnungsmittel und Kryoprotektiva auf Spermien vor dem Einfrieren und nach dem Auftauen bestimmen – mit dem Ziel, eine Samen-Kryobank für Kranicharten einzurichten, um die Zucht in Menschenhand in Zoos und Rehabilitationszentren zu verbessern. Dafür arbeitet das Institut für Zoo- und Wildtierforschung mit den privaten Züchtern Jirka Behrendt und Hartmut Mohr zusammen.“  

Kraniche zählen zu den größten aller Vogelarten und können
auf ihren Wanderungen selbst den Himalaya überfliegen.
Die 15 Kranicharten gehören zu drei Gattungen: Antigone, Balearica und Grus, die auf allen Kontinenten außer der
Antarktis und Südamerika leben. Die meisten dieser Arten werden jedoch durch den Menschen und seine Eingriffe in
die Natur gefährdet. Sie sind daher zumindest als bedroht,
wenn nicht als kritisch gefährdet eingestuft. 

Der Graue Kranich (Grus grus), auch als Eurasischer Kranich bekannt, ist neben dem Sandhügel-Kranich – hierzulande auch Kanadakranich genannt (Grus canadensis) – , dem Demoiselle – (bei uns: Jungfern-kranich) und dem Brolga-Kranich
(Grus rubicunda) eine von nur vier Kranicharten, die nicht
als
vom Aussterben bedroht gelten.

Kontakt

Akademie für Zoo- und Wildtierschutz e.V.
Osserstr. 44
81679 München - Germany
Telefon 089 99 88 68 50
Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Über uns

Die Akademie unterstützt als gemeinnütziger Verein Tier-, Natur- und Artenschutzprojekte weltweit und generiert sich aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Wir wollen dadurch auch bedrohten und in Not geratenen Tieren helfen, die finanziell nicht abgesichert sind.

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